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Rezension: Leaf to Root- Esther Kern- AT Verlag

Dieses bemerkenswerte Kochbuch hat den Untertitel "Gemüse essen vom Blatt bis zur Wurzel". Allein der tollen Bilder wegen, macht es Spaß, in diesem Buch zu blättern, auch wenn man kein Vegetarier ist. 

70 vegetarische Rezepte werden vorgestellt. Dabei geht es um Rezepte mit ungewöhnlichen Teilen von Gemüse. Neben den bemerkenswerten Rezepten hat man die Chance bereichernde Porträts von Leaf to Root-Experten sowie Reportagen vom Feld zu lesen und darüber hinaus im Rahmen eines Nachschlagewerkes 50 unübliche Teile von Gemüsen kennenzulernen. 

So erfährt man beispielsweise Näheres zu Blumenkohl, Brokkoli und Romanesco. Thematisiert werden hier das Blatt, der Strunk, die Knospe und Blüte sowie der Trieb. Verweise auf  jeweilige Rezepte im Buch vereinfachen das Finden. 

Dass man auch Dahlienbüten essen kann, ist all jenen nicht unbekannt, die sich mit essbaren Blüten schon näher befasst haben, doch das auch die Knolle in der Küche verwendbar ist, weiß gewiss kaum einer. Im vorgestellten Rezept "Lauwarmer Rosenkohl-Dahlienknollen-Salat" spielen sie eine Rolle. Als Blumenliebhaberin mag ich mir allerdings nicht vorstellen, diese Knollen zu verspeisen, da ich die Dahlienblüten als Zierde des Sommergartens zu sehr schätze. Doch dies ist nur eine persönliche Befangenheit. 

Weitaus spannender allerdings finde ich die essbaren Teile der Tomate. Dass man neben der Frucht beispielsweise auch die Blätter und die Rispen verwenden kann, finde ich mehr als nur bemerkenswert. Hervorheben möchte ich im Hinblick auf Tomaten das Rezept für die pikante Tomatenkernkonfitüre, in der neben Tomatensaft und –kernen, u.a. auch Ingwer eine Rolle spielt. Die Konfitüre eignet sich sehr gut zu Käse. 

Dass man den Ananasstrunk für Eistee verwenden kann, ist ein guter Tipp und Rezepte wie etwa "Fenchel-Aprikosen-Gemüse mit Kräuter-Couscous" oder auch "Gurkencurry mit Chapati" sind wunderbare Ergänzungen zu den üblichen Sommertellergerichten. 

Das Kochbuch ist in vieler Beziehung bereichernd und macht deutlich, dass man verlernt hat, mit den Gaben der Natur achtsam umzugehen, denn sie schenkt uns weit mehr als wir ihr zurückgeben. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: So kocht Umbrien- Daniela und Felix Partenzi- Gerstenberg

Daniela Partenzi hat die Texte für dieses schöne Kochbuch verfasst. Sie ist die Tochter eines italienischen Kochs und einer deutschen Lehrerin. Die studierte Autorin ist mit dem Kommunikationsdesigner Felix Partenzi verheiratet. Er hat die die Fotos und die Gestaltung des Buches realisiert. 

Die Autorin hat eine große Verwandtschaft in Italien und verbrachte nahezu alle Sommerferien ihres Lebens im Land ihrer Vorfahren. Des Buches wegen ist sie mit ihrem Gatten in allen Jahreszeiten nach Umbrien gereist. Das Ergebnis ist das vorliegende Werk, das eine Mischung Rezepten und Geschichten über die Familie ist. Hinzu kommen Berichte über Begegnungen mit Experten und traumhafte Impressionen von Land und Leuten aber auch von den Rezeptergebnissen.

Viele Gerichte sind sehr minimalistisch, so etwa der Wilderbsenbrei. Die wilde Erbse, so erfährt man, wächst auf den Hochplateaus der Sibyllinischen Berge. Es handelt sich um eine Hülsenfrucht, die vormals aus dem Mittleren Orient kam und für Suppen aber auch für Wilderbsenbrei in Umbrien verwendet wird. 

Das Rezept für ein delikates Wildschweinragout ist vielversprechend, obgleich es nicht sehr viele Geschmacknuancen enthält. Diese Einfachheit in der Würzung erinnert an Gerichte aus der Toskana. Das gilt auch für den Brotsalat mit Flusskrebsen, der aufgrund der Fenchelblüten einen besonderen Geschmack erhält. 

Neugierig  macht der "Gefüllte Staudensellerie". Auch hier spielen Fenchelblüten eine Rolle, aber auch gehacktes Rindfleisch und Tomaten.  Ob Gemüse- oder Fleischgerichte, auffallend ist stets die Reduzierung auf das Wesentliche, die bei den Süßspeisen nicht gegeben ist. Der umbrische Apfelstrudel aber auch die Mandelkekse mit Anis dokumentieren dies überzeugend. 

Das Werk ist trotz des Titels mehr als ein bloßes Kochbuch. Durch die Geschichten und Anekdoten erhält man ein Gespür für die umbrische Mentalität, die sich nicht zuletzt auch in der Zubereitung der Speisen niederschlägt. 

Kochen mit Produkten aus der Region ist die dankbare Verneigung vor dem, was uns die Erde in unserem Umfeld schenkt, In Umbrien weiß man das und handelt danach.

Sehr empfehlenswert. 

Helga König 

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Rezension: Die Jahreszeiten Kochschule- Sommer- Brandstätter- Richard Rauch, Katharina Seiser

Dieses schöne und dabei informative Kochbuch wurde von einem Team, das sich aus insgesamt sechs Personen zusammensetzt, auf den Weg gebracht. Es handelt sich dabei um Katharina Seiser (Konzept und Text), Richard Rauch (Rezepte und Foodstyling), Joerg Lehmann (Fotografie), Miriam Strobach (Graphische Gestaltung), Katharina Ralser (Illustration) und Else Rieger (Lektorat). 

Das reich bebilderte Werk ist wie die anderen drei Bände in neun Kapitel untergliedert. Jedes Kapitel befasst sich mit einem klar umgrenzten Thema, beginnt immer mit  gut erklärter Warenkunde und setzt sich mit bemerkenswerten Rezepten fort. 

So werden im ersten Kapitel beispielsweise zunächst Tomaten, Paprika und Chili, Gurken aber auch Zucchini und Auberginen näher vorgestellt und Tipps zur Lagerung gegeben. Die dann folgenden Rezepte sind bestens erläutert. Stets wird zudem erwähnt für wie viele Personen die Zutaten eines Rezeptes gedacht sind. Tipps und Varianten auch Tricks im Hinblick auf die Rezepte sind nicht vergessen worden und man staunt bereits im ersten Kapitel über die Aromenvielfalt. Deshalb lässt man sich nicht nur durch die "Pochierte Dorade in Zitronenöl mit gefüllten Zucchiniblüten" motivieren, zur Tat zu schreiten, sondern nickt begeistert, beim Studium des Rezepts für "Gefüllte Paprika und Zucchini mit Lammfaschiertem", nicht zuletzt wegen der Zutaten im Hackfleisch. 

Auch im 2. Kapitel gibt es zunächst warenkundlich Wissenswertes zu erkunden Hier geht es um Pilze. Krause Glucken und Herbsttrompeten sind Pilze, die nicht jeder kennt. Steinpilze kann man im Sommer auf guten Wochenmärkten problemlos erwerben. Sie im Wald zu suchen, sollte man wirklichen Pilzkennern überlassen.

Rezepte wie etwa "Steinpilze mit Feigen und Haselnüssen" oder "Schwammerlrostbraten mit frischen Bandnudeln" überzeugen natürlich jeden Pilzgourmet.

Ich möchte in der Folge keineswegs alle Kapitel benennen. Wichtig ist, dass das Aufbauprinzip des Kochbuchs vermittelt wird durch die Skizzierung der ersten beiden Kapitel. 

Dennoch will ich das Kapitel nicht unerwähnt lassen, das sich mit gegrillten Lebensmitteln befasst. Hier wird keineswegs nur sachkundig erläutert wie man Fleisch grillt, sondern auch Fisch, Gemüse und Obst kommen zur Sprache und zudem delikate Saucen. 

Ach ja, wenn es besonders heiß ist, dann stehen kalten Suppen an oder auch Eis, alternativ Sorbet. Hier wird man von wahren Köstlichkeiten überrascht, die nur noch von Rezepten mit Marillen, Pfirsichen und Ringlotten getoppt werden. Das absolute Highlight für Naschkatzen ist das Rezept für "Rotes Weinbergpfirsichsüppchen mit Campari und Schneenockerln". 

Wer Lust hat einen Rumtopf anzusetzen, dem steht auch nicht im Wege. Das angegebene  Rezept ist unkompliziert. 


Sehr empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Sinnliche Ayurveda Küche- Markus Dürst, Johanna Wäfler, Doris Iding- AT Verlag

Das vorliegende Kochbuch wartet mit 100 ayurvedischen Rezepten auf, die die Gesundheit unterstützen und zudem die Lust an der Liebe ankurbeln sollen. Damit sind die Rezepte eine Bereicherung für den bevorstehenden Frühling. 

Die Autoren wollen unsere Sinne- das Fühlen, Riechen, Sehen und Schmecken sensibilisieren und dazu inspirieren, sich auf neue Facetten des Essens, aber auch der Lust und Erotik einzulassen. 

Zunächst erfährt man im Rahmen der Einführung Wissenswertes zu klassischen Aphrodisiaka der Ayurvedamedizin und liest in der Folge dann mehr über aphrodisierende Kräuter. Bei den einzelnen Kräutern werden stets die aphrodisierende Wirkung, die Herkunft, die allgemeine, auch die energetische Wirkung, mögliche Gefahren und die Verwendung in der Ayurvedaküche näher beleuchtet. So erfährt man beispielsweise, dass den Kriegern im alten Griechenland der Verzehr von Petersilie verboten wurde, weil sie die Kampfeslust senke und die sexuelle Lust steigere. 

Auch sinnliche Gewürze werden vorgestellt, unter diesen Chili und Safran, ein Gewürz, das einst als Symbol der Liebe galt. 

Einem Fragebogen zu unserer bioenergetischen Grundkraft folgen dann die Rezepte, untergliedert in:

Frühstück und Getränke 
Vorspeisen und Suppen 
Hauptgerichte 
Saucen, Dips und Snacks 
Desserts 
Gebäck 

Alle Rezepte werden sehr gut beschrieben. Zusätzliche Tipps, Infos und appetitanregende Fotos runden die Präsentation dieser sinnlichen Ayurveda Küche ab. 

Die  stets vegetarischen Gerichte sprechen der feinen Zutaten und der tollen Würzung wegen sehr an und lassen Fleisch und Fisch nicht vermissen.  Ob die Gerichte aphrodisierend sind, muss jeder selbst ausprobieren. Inspirierend sind sie allemal. 

Empfehlen möchte ich das "Pilzragout", das durch den Marsala und den Rotwein eine pikante Note erhält. Der im Ragout enthaltene Majoran war einst das Liebeskraut der Göttin Aphrodite. Deshalb wurde ihm eine aphrodisierende Wirkung zugeschrieben. 

Sehr gut auch sind die "Spaghetti nach äolische Art". Hier erfährt man, dass die Olive schon im 4. Jahrhundert als Aphrodisikakum bekannt war, auch galten Artischocken schon früh als luststeigernd. 

Die ayurvedische Medizin weiß, dass die Menschen durch eine erfüllte Sexualität glücklich sind und ein unerfülltes Sexualleben unglücklich macht.  Die Rezepte nachzukochen ist demnach sinnstifend, nicht nur am Valentinstag. 

Für Naschkatzen empfehle ich heute: "Feigen an Granatapfelsauce". Die Speise erinnert an "Tausendundeine Nacht" und ist für das Buch sehr aussagekräftig.

Empfehlenswert.

Helga König

Überall im Fachhandel erhältlich 

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