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Rezension: Lust auf Wurst- Marcus Bauermann- Mosaik bei Goldmann

Der Fleischermeister Marcus Bauermann betreibt auf Rügen eine Manufaktur mit geradezu überirdisch gut schmeckenden, kulinarischen Produkten. Um die hohe Qualität seiner Kreationen zu erfassen, empfiehlt es sich, vor der Verkostung sein Werk "Lust auf Wurst"- Bewusst genießen" zu lesen. 

Das Vorwort beginnt mit der Botschaft "Wurst ist Glück". Warum das so ist, erklärt Marcus Bauermann in der Folge und möchte durch sein Buch, wo er auch kulinarische Geheimnisse verrät, vor allem die Leser "hemmungslos verführen mit wunderbaren Wurstliebhabereien." 

Das erste Kapitel trägt den Titel "Wurst ist Handwerk". Neben warenkundlichen Informationen und tollen Rezepten erfreut der Rügener seine Leser mit sehr schönen Anekdoten und philosophischen Gedanken, die zum Nachdenken anregen. Gefallen hat mir der Satz: "Wertvolle Wurst gilt in manchen Kreisen als inoffizielles Zahlungsmittel, Freunden gibt man kein Geld, man bezahlt mit Naturalien." Hier erinnerte ich mich sogleich an meine Kindheit. Damals war es bei Erwachsenen noch üblich, selbstgemacht Kulinarisches zu verschenken,  zwar nicht als Bezahlung für irgendetwas, so doch als Ausdruck von Wertschätzung. 

Interessant ist, was Marcus Bauermann zu Leberwurst schreibt, die für ihn eine Philosophie verkörpert. In seiner Leberwurst sind mehr als nur Leber, Schweinbauch und Gewürze enthalten. Er weist auch auf die Zutaten "Liebe und Überzeugung" hin und dass ehrliches Essen eine Grundlage für Zufriedenheit sei.

"Fleischer" ist seit 1966 der offizielle Name des Handwerks, das Bauermann voller Überzeugung sowie mit viel Reflektion betreibt. In dieser Funktion macht er den Lesern klar, wieso nur eine wirklich frische Schweineleber und ein ganz spezieller Schweinebauch Basis für eine gute Leberwurst sein können. Die Schweine, die Marcus Bauermann bevorzugt, haben gekochte Kartoffeln gefressen und sind "schön fett". Sie werden artgerecht gefüttert und gehalten, aber auch schonend geschlachtet. 

Bauermann verrät sein  persönliches Leberwurstrezept im Buch und erklärt in gut nachvollziehbaren Schritten, wie man diese Wurst zuhause zubereiten kann.

Unbedingt ausprobieren sollte man das Rezept "Pellkartoffeln mit Leberwurst und Kräuterquark". Dabei finde ich es spannend, welche Kräuter im Quarkrezept angegeben werden. So etwa Vogelmiere und Wiesenkerbel. Sie ausfindig in der Natur zu machen, kommt einem kleinen Abenteuer gleich. Man sollte es nicht scheuen des wunderbaren, ursprünglichen Essens wegen, das sehr bekömmlich ist. 

Ich möchte an dieser Stelle nicht auf alle Rezepte eingehen, um nicht zu viel zu verraten. Erwähnen will ich aber, dass der Autor erklärt, worauf man bei Schinken und Salami achten sollte und dass man im Buch alles Wichtige über die Kunst des Grillens erfährt. 

Das  Werk unterscheidet sich von allen anderen Publikationen im Kochbuchbereich, die ich jemals gelesen und rezensiert habe. Marcus Bauermann versteht nicht nur sein Handwerk, sondern er ist ein Intellektueller, der völlig anders an das, was er handwerklich unternimmt,  herangeht wie man es normalerweise erwartet. Er durchleuchtet die Materie, mit der er sich befasst, wie ein guter Rezensent ein Buch. Das verblüfft und begeistert zugleich. 

Man liest von Bauermanns Art, Schinken herzustellen und von seinen naturgereiften, trockenen Salamis, die er mit seinen Mitarbeitern in der Rügener Landschlachterei zubereitet. Es handelt sich dabei um ein reines Konzentrat, denn über 50% Wasser trocknen in der Reifezeit der Salami aus. 

Bei der ersten Trocknung entsteht der Edelschimmel. Dieser bildet die Schicht, die das Klima in der Wurst reguliert und eine tatsächlich überaus interessante Geschmacksnote hinzufügt. 

Es gibt drei Arten Salami herzustellen. Der Autor nennt: Räucherung, Lufttrocknung sowie Edelschimmel und erklärt, was dies ist. Des Weiteren erfährt man, wie bereits angedeutet,  Essentielles über das Grillen und hier auch, weshalb rohe Bratwurst mindestens 20 bis 25 Minuten auf dem Grill liegen muss, damit das Eiweiß denaturiert. 

Man lernt zudem ein tolles Rezept für Fleischsalat sowie ein damit korrespondierendes für Kartoffelsalat kennen und erfährt ein Grundrezept für selbstgemachte Grillwürste plus Variationen. Wer gerne Steaks isst, wird sich freuen, ein Rezept für "Rib-Eye-Steaks mit Folienkartoffeln und Sauercream nach Metzgerart“ zu entdecken, dass dazu veranlasst, sofort die Koffer zu packen und nach Rügen zu reisen. 

Sehr informativ ist auch, was Marcus Bauermann über das von ihm bevorzugte Salz der Saline Luisenhall schreibt und über die Kunst des Würzens.

Bauermanns "Sülzwurst" ist ein Traum. Im Buch findet man das Rezept dazu und begreift, weshalb  ihre  spezielle Würzung sie so köstlich macht. Inspirierend auch ist das Rezept für "Salami mit Olivenöl" und für "Luftgetrockenetes Schweinefilet als Carpaccio".  Soviel nur: Hier begegnen sich Rügener und mediterrane  Geschmacksnoten auch höchstem Niveau.

Marcus Bauermann ist ein Gourmet, der seine Firma 1998 gegründet hat, um "richtig gute Wurst herzustellen". Dies ist ihm gelungen in seiner Feinschmeckerschlachterei, die einen überregional hervorragenden Ruf besitzt, dessen Ursprung in der Authentizität des Fleischer-Experten Marcus Bauer liegt und seinem unermüdlichen Bestreben seinen Kunden optimalen Genuss zu offerieren. 

Ein spannend zu lesendes Buch, das uns lehrt, wirklich gute Wurst, Schinken aber auch Fleisch  mehr als bislang wertzuschätzen und  noch wählerischer beim Kauf dieser Produkte zu sein.  Gottlob kann man bei Marcus Bauermann online bestellen.

Sehr empfehlenswert Helga König 
Im Fachhandel Onlinebestellung Mosaik bei Goldmann oder Amazon
Lust auf Wurst: Bewusst genießen

Rezension: Samstagabend- Snacks oder Drinks zum Teilen- oder auch nicht- Kate McMillan Callwey

Die Kalifornierin Kate McMillan ist Kochlehrerin und Autorin mehrerer Kochbücher. Gemeinsam mit der Lifestyle-Fotografin Lauren Burke hat sie "Samstagabend- Snacks oder Drinks zum Teilen- oder auch nicht" auf den Weg gebracht.

Dieses Buch wartet mit 50 Rezepten für Snacks, Drinks sowie für kleine und große Köstlichkeiten auf. Gedacht sind diese Drinks und Gerichte für zwanglose Abende mit Gästen. Dazu gibt es eine Vielzahl von appetitanregenden Fotos von den Rezeptergebnissen. Das motiviert natürlich sehr, zur Tat zu schreiten. Mit Freunden Gutes zu teilen,  ist eine schöne Idee, der man gerne nachkommt.

Die Rezeptideen wurden den Küchen vieler Länder entlehnt. Genau das macht den Reiz dieses Buches aus. 

Alle Rezepte sind gut gegliedert und stets wird die Anzahl der Personen genannt für die die Zutaten reichen sollten. Delikate Dips machen neugierig und das Rezept für "Klassische Margarita" dazu, sollte man sich nicht entgehen lassen, zumindest an einem Sommerabend mit Freunden nicht. 

Gefallen hat mir das "Zupfbrot mit Käse und Oliven". Das passt gut zu trockenem Weißwein. Toll auch sind die selbst angefertigten knusprigen Snacks und die italienischen Riesen-Sandwiches. Alle Rezepte sind raffiniert gewürzt. Im Grunde ist für jeden Geschmack etwas dabei. Sogar klassisch gefüllte Eier gibt es. Sie werden mit Estragon und Kapern aufgepeppt, was ihnen sehr pikante Geschmacksnoten verleiht, die man länderspezifisch  allerdings schwer zuordnen kann. Das Motto heisst: Das Russische Ei  geht auf Wanderschaft nach Frankreich

Köstlich sind die Rezepte für Ofenkartoffeln und die "Drinks für viele". 

Am besten  aber hat mir das "Texas-Chili" zugesagt, mit einer grandiosen Würze, die mehr als nur vielversprechend daherkommt. Ein interessantes Experiment. Natürlich macht dieser Chili Durst. Gelöscht werden kann er mit "Ingwer Shandy" oder alternativ mit einem "Greyhound". Die Rezepte hierzu werden im Buch mitgeliefert. Soviel dazu.

Alles in allem ist Samstagabend- Snacks oder Drinks zum Teilen- oder auch nicht ein kreatives Rezeptbuch. Jung und international. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König
Überall im Fachhandel erhältlich
Onlinebestellung: Callwey oder Amazon
Samstagabend: Snacks und Drinks zum Teilen – oder auch nicht

Rezension: Alles aus 1 Pfanne- Anna Helm Baxter- at Verlag

Dies ist meine 500. Kochbuchrezension auf  "Buch, Kultur und Lifestyle". Verfasst hat das Werk Anna Helm Baxter. Die appetitanregenden Fotos stammen von Beatriz Da Costa. 

Nach einer kurzen Einleitung wird man zunächst über Pfannen aufgeklärt. Zur Sprache gebracht wird die Gusseisenpfanne und die Edelstahlpfanne. Man erfährt hier deren wesentlichen Unterschiede und was man mit diesen Pfannen tun bzw. unterlassen sollte. Im Anschluss  daran folgt  der Rezeptteil. 

Dieser ist in die Rubriken:

Vegetarisch 
Fisch und Meeresfrüchte 
Fleisch und Huhn
Pasta 
Kuchen und Desserts 

untergliedert. 

Alle Rezepte werden sehr gut erläutert. Man erfährt zudem, für wie viele Personen sie gedacht sind. Die appetitanregenden Fotos, die sowohl Zutaten abbilden als auch die Rezeptergebnisse visualisieren, machen bestimmt nicht nur Hobbyköche neugierig. 70  Rezepte  werden vorgestellt

Spannend finde ich das vegetarische Rezept für "Huevos Rancheros". Dazu gibt es-  ganz so wie in Mexiko üblich - Maistortillas und eine Bohnen-Tomaten-Mischung. Der frische Koriander sorgt für den besonderen Aromakick. 

Bei den Fisch- und Meeresfrüchte-Gerichten möchte ich auf die "Fregola-Paella mit Meeresfrüchten" hinweisen. Fregola ist eine sardische Pastaspezialität, an die man Weißwein und Hühnerbrühe hinzufügt. Zu den Zutaten gehört u.a. auch Safran. Ein interessantes Pfannengericht, das man auch dann gerne zubereitet, wenn Gäste kommen. 

Erwähnen möchte ich zudem die "Miesmuscheln in Kokosmilch". Die Geschmacksnoten der Zutaten sind asiatisch und dabei fein aufeinander abgestimmt. 

Die Huhn- und Fleischgerichte werden gewiss viel Zustimmung erhalten. Erwähnen möchte ich hier "Gebratenes Huhn à l Coq au Vin" und die "Geschmorte Lammkeule", die nach dem Schmoren kleingezupft,  mit Tomaten und Rucola gemischt wird. 

Dann gibt es noch die Pasta aus der Pfanne. Hier gefallen mir die Käsenudeln am besten. Dazu ein gutes Glas Rotwein und der Abend ist gerettet. 

Kuchen und Desserts aus der Pfanne? Das klingt ungewöhnlich.Wer keine Lust zum Experimentieren hat, sollte mit "Crêpes"  beginnen und beim nächsten Mal "Tarte Tatin mit Birnen" ausprobieren. 

Ein tolles Kochbuch, das dem Zeitgeist entspricht. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Im Fachhandel erhältlich
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Rezension Gemüse- Antonio Carluccio Gerstenberg

Der Autor dieses kulinarischen Werkes mit vielen appetitanregenden Bildern ist der Italiener Antonio Carluccio, der bereits 24 Bücher über die italienische Küche verfasst hat. 

Wie man bereits der Einleitung entnimmt, spielt in der kulinarischen Tradition Italiens Gemüse eine bedeutende Rolle. Dabei ist die italienische Küche sehr regional orientiert. Die Gründe hierfür werden vom Autor genannt. 

Antonio Carluccio stellt in seinem Buch eine große Anzahl von Gemüsesorten warenkundlich vor und beginnt dabei mit zahlreichen Grüngemüsen, Kohl, Schoten, Samen, Stängel Sprossen sowie Blattsalaten. Diesen ersten ausführlichen warenkundlichen Erläuterungen folgen Rezepte, die allesamt schrittweise erklärt werden. Vor jedem Rezept finden sich Anmerkungen, die das jeweilige Gericht dem Leser näher bringen. So findet man in diesem 1. Kapitel u.a. das Rezept für eine "Kohlsuppe aus dem Aostatal", in der gehackter Wirsing, Brotwürfel und Käse eine zentrale Rolle spielen. Erwähnen möchte ich auch die"Überbackene Kohlrouladen". Der Kick dabei ist die Parmesankruste.

Im Buch warten übrigens 120 Rezepte auf die Leser (m/w), auch für ein Rezept für  "Gefüllte Artischocken" und für "Linguine mit Fenchel und Garnelen", die mich wegen des frischen Dills überzeugt haben, der als Würzung perfekt passt. Delikat aber auch ist ein Rezept für einen Salat aus Radicchio und Chicoree mit Speck. 

Anschließend wird man über echtes und sonstiges Wurzelgemüse aufgeklärt. Hier wird beispielsweise sogar die Dahlie erwähnt, die ähnlich wie die Kartoffel im 17. Jahrhundert aus Südamerika importiert wurde. Bei den Azteken waren sie ein Grundnahrungsmittel. 

Die Familie der Zwiebeln wird porträtiert, bevor man erneut mit Rezepten beglückt wird. Dabei ist auch  "Getoastetes Brot mit Öl und Knoblauch", aber auch "Gefüllte Zwiebeln". Die Füllung kommt fast schon orientalisch daher. Aromen wie Zimt und Muskat, auch Rosinen und Pinienkerne sorgen dafür. 

Frucht- Strauch- und Baumgemüse werden in der Folge vorgestellt. Dazu gehören u.a. Oliven, Paprika, Tomaten und auch Chilischoten. Hier gefallen mir besonders die Rezepte mit Paprika. 

Dessen noch immer nicht genug, werden Hülsenfrüchte und Getreide abgehandelt. Hier auch gibt es dann in der Folge Rezepte wie etwa  für "Steinpilzrisotto" oder ein "Sardisches Couscous mit Babyoktopus". Sehr gut werden Kräuter, Gewürze und Nüsse besprochen, bevor man eine Vielzahl wunderbarer Rezepte mit diesen Zutaten kennenlernt. Erwähnen möchte ich "Kabeljau in Dillmarinade", auch "Hausgemachte Würste mit Fenchel" und bei den, Wildpilz- und Trüffelgerichten die "Taglioni mit Pfifferlingen und Kalbsbries", die  "Waldpilzsuppe", auch "Gebackene Eier mit schwarzen Trüffel" und "Rindercarpaccio Trüffeln."

Ein sehr lehrreiches Warenkundebuch, das zugleich Kochbuch ist. Solch ein Werk nimmt man immer wieder gerne zur Hand, macht sich kundig, lässt sich inspirieren und probiert je nach Jahreszeit das ein oder andere aus. Weshalb nicht mit "Gefüllten Tomaten" beginnen? Kapern und Minze  klingen spannend. Alle Zutaten im Rezept schmecken nach Sommer. Genau das Richtige im Winter, wenn die Sehnsucht nach Wärme all zu groß wird. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Überall im Fachhandel erhältlich
Onlinebestellung Gerstenberg oder Amazon
Gemüse: 120 Rezepte

Rezension: Minze Salbei Rose- Rezepte mit Kräutern und Blüten-at Verlag

Lily Diamond ist Autorin, Fotografin mit dem Schwerpunkt der naturnahen, pflanzenbasierten Küche. Im vorliegenden Buch präsentiert sie vegetarische und vegane Rezepte für süße und herzhafte Gerichte für jede Tageszeit sowie Gelegenheit und dazu noch einige Rezepte für  die Schönheitspflege. 

Jedes  Kapitel befasst sich mit einer Aroma- oder Duftpflanze. Zur Sprache gebracht werden: Basilikum, Fenchel, Koriander, Minze, Oregano, Rosmarin, Salbei, Thymian, Lavendel, Jasmin, Rose und Orangenblüte. Dabei haben alle Pflanzen eine kulinarische und eine aromatherapeutische Bedeutung. 

Zunächst erfährt man Wissenswertes über das Aromatisieren von Kräutern und Blüten. So etwa wie man Honig, Zucker aber auch Salz aromatisiert. Anschließend werden die Geschmacksprofile, Eigenschaften, salzige und süße Kombinationen von verschiedenen Kräutern aufgelistet, bevor im Rezeptteil dann einzelne Produkte fokussiert und in den Rezepten verarbeitet, für Interesse sorgen.

Gerichte wie etwa "Blutorangen-Fenchel-Salat mit Oliven" oder für "Capellini mit Salsa marinara und selbst gemachtem Ricotta", dokumentieren die mediterrane Ausrichtung, die das gesamte Buch durchgehalten wird. 

Auch die Rezepte für Desserts verführen durch interessante mediterrane Aromen und die Gesichtspflegemittel, sie bilden den kleinsten Teil der Rezepte, lohnt es durchaus auch auszuprobieren. Das gilt speziell für die Gurken-Rosenblättermaske, die sehr erfrischend ist.

Ein insgesamt dem neuen Zeitgeist entsprechendes Kochbuch.  

Empfehlenswert. 
Helga König


Im Buchhandel erhältlich
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Minze, Salbei, Rose: Rezepte mit Kräutern und Blüten

Rezension: vegetarisch basisch gut- Natasha Corrett, Vicki Edgson- At Verlag

Autorinnen dieses bemerkenswerten Kochbuchs sind die Köchin Natasha Corret, die auf Mauritius die Küchenchefs der "Lux* Island Resorts" in den Zubereitungs- und Kochmethoden der basenbetonten Küche schult und Vicki Egson. Sie ist Ernährungsberaterin und arbeitet Hand in Hand mit Ärzten, um auf diese Weise eine Brücke zwischen Schulmedizin und diese ergänzenden Methoden zu schlagen. Für die vielen appetitanregenden Fotos war die Fotografin Lisa Lindner zuständig. 

Im vorliegenden Buch wird Kocherfahrung mit wichtigem Ernährungswissen verbunden. Dabei erfährt man zunächst Wissenswertes über eine ausgewogene Ernährung und hier speziell etwas über die Vorteile einer basisbetonten Ernährung. 

Eine zu säurebetonte Ernährung belastet die Nieren und die Leber. Diese Organe benötigen als Säurepuffer bestimmte Mineralstoffe wie etwa Magnesium. Basische Nahrung hingegen bewirkt, dass man eine bessere Konzentrationsfähigkeit und mehr Energie besitzt, aber auch besser schlafen kann. 

Anhand einer Tabelle wird gezeigt, welche Nahrungsmittel stark säurebildend, mäßig säurebildend und basisch, sprich basenbildend, alkalisch sind. Im Anschluss erfährt man dann, welche Nahrungsmittel einen sehr hohen ph-Wert haben. Genannt werden u.a. Cayennepfeffer, Lauch, Tomaten auch Grapefruit.

Aufgeklärt wird man über verschiedene Lebensmittelgruppen. Hier liest man auch Näheres über verschiedene Arten von Fetten und insofern u.a. etwas über jene, die schlecht für uns sind, weil sie die Arterien verstopfen und zu Herzerkrankungen und Schlaganfällen führen. 

Es folgen weitere Tabellen, die basische Werte von verschiedenen Lebensmitteln anzeigen, auch Nährstoffe und den jeweiligen Nutzen für den Körper benennen. Erläutert wird sehr gut wie man neue Essgewohnheiten erlernen kann und worin die Grundregeln des bewussten Essens bestehen. 

Man erfährt, woran man Symptome einer Vergiftung oder Belastung erkennt, auch wie man Lebensmittel clever durch andere ersetzt und welcher Nutzen hierdurch entsteht. Anschließend dann geht es zur Sache. 

Es beginnt die Reinigungsphase und hier liest man dann, was man unterlassen und tun sollte in dieser Zeit. Reinigende Säfte und ein Menüplan runden die Infos für diese Phase ab. Die Garmethoden basischer Nahrung, aber auch die Gesundheitswirkung bestimmter Kräuter und Gewürze werden thematisiert. Erst dann folgt der Rezeptteil. 

Untergliedert ist dieser in: 
Frühstück 
Vorspeisen und Suppen 
Salate 
Hauptgerichte 
Süßes und Snacks 
Desserts 

Alle Rezepte sind gut und schrittweise erklärt und überzeugen durch die Ausgewogenheit der Zutaten. Besonders gut gefallen mir die Salate, so etwa der "Granatapfel- Mozzarella-Salat", mit einer gelungenen orientalischen Dressing aber auch der "Riesenchampignon-Fenchel-Salat", der durch die Kürbiskerne einen nussigen Geschmack erhält. Spannend sind die Hauptgerichte, beispielsweise "Aubergine mit Cashewpesto". Bei diesem Gericht spielt Feta und auch Koriandergrün eine Rolle, sodass man sich geschmacklich irgendwo im Maghreb weiß. 

Bei den süßen Speisen und den Desserts wird auf Zucker verzichtet und stattdessen mit Honig oder Agavensirup gesüßt. Dadurch bleibt man im basischen Bereich und fühlt sich eindeutig wohler. 

Geschmacklich sind die Gerichte sehr gut und lassen keineswegs an Gesundheitskost denken.

Empfehlenswert 
Helga König

Im Fachhandel erhältlich

Rezension: Eat better not less around the World.- Nadia Damaso- AT

Nadia Damaso ist die Autorin dieses bemerkenswerten Kochbuchs. Die junge Schweizerin geht mit dem Leser auf eine Reise durch die Länder Brasilien, Peru, Guatemala, Puerto Rico, Indien, Israel Marokko, Japan, Vietnam, Kambotscha, Thailand und die Schweiz, um sich dort von Aromen, Farben und Gewürzen inspirieren zu lassen. 

Nur drei Wochen lang war die einundzwanzigjährige Schweizerin unterwegs. Erstaunlich, was sie alles in dieser knapp bemessenen Zeit in Erfahrung bringen konnte.

Bevor die Länderschau im Buch beginnt, erfährt man, was die Autorin von ihrem Weltenbummel mitgebracht  hat und auch wovon ihre Rezepte inspiriert sind. 

Thematisiert werden zudem Küchenmaschinen und Küchenutensilien. Tipps und Tricks in der Küche und im Alltag setzen die Voraberläuterungen fort. Zudem werden oft verwendete Zutaten näher beschrieben. So etwa Himalayasalz, Kokos und Tahini. 

Erstes  Reiseziel ist Brasilien. Hier berichtet die Autorin u.a. von dem größten Früchte- und Gemüsehändlermarkt in Südamerika. Man lernt eine Reihe bemerkenswerter Rezepte kennen, die sehr gut erklärt werden und den Geist von Brasilien in sich bergen. Die Reisende erzählt kurzweilig  von ihren Erlebnissen und schafft es, Reiseeindrücke und  die neu entdeckten Zutaten mit ihren  Rezeptkreationen gut zu verbinden. 

In Peru war sie u.a. in Cusco, berichtet vom Paradies der Superfoods  dort und hier speziell von "Maca" und "Quinoa". Auch in  Bezug  auf Peru empfindet sie den Geschmack des Landes in ihren Rezepten nach und entwickelt u.a. das Rezept "Ceviche mit Süßkartoffelnestern und Mais-Mango-Koriander-Püree". Nadia Damaso berichtet von einer Tortillabäckerin in Guatemala, stellt ein tolles Rezept für Salat-Tortillas vor, auch eines für einen farbenfrohen Powersalat, der einen auf Hochleistungen bringt. Man erfährt Wissenswertes über Kaffee und hat Gelegenheit, sich in ein Rezept für "Bananeneis mit Pekan-Haselnuss-Crunch auf Espresso-Shot" zu vertiefen. So also schmeckt Guatemala. Köstlich.

Über Kochbananen und Kakao aus Puerto Rico liest man  Wissenswertes, um sich kurz darauf in Indien wiederzufinden. Hier lernt man dann zunächst Indiens Gewürzwelt und die Wunderpflanze Tee kennen, bevor man sich erneut mit Rezepten vertraut machen kann. 

Der Mix aus Reisebeschreibungen, Bildern und Rezepten macht dieses Buch überaus spannend.

Israel bietet Vielfalt in der Küche, weil sie dort ein Mix aus alten traditionellen jüdischen Gerichten, arabischer und fernöstlicher und anderes mehr verkörpert. Sehr schön sind die Fotos von Jerusalem und interessant die Rezepte, die diese Vielfalt dokumentieren.

Die Bilder, die Nadine Damaso in Marokko gemacht hat, beeindrucken mich dabei am meisten. Sehr gut sind die Rezepte für ein typisch marokkanisches Frühstück. Dann erfährt man mehr über "Tajines" und kann eine "Pflaumen-Zimt-Mandel-Tajine mit zitrusfrischer Gerste und Avocado" mittels eines interessanten Rezeptes zubereiten. 

Japan steht auch auf dem Programm. Hier liest man u.a. mehr über Grünen Tee und auch über Sake und kann ein tolles Gericht mit Sobanudeln ausprobieren, um sich alsdann über die Reisfelder von Ninh Binh in Vietnam zu informieren und die traumhafte Rezepte auszuprobieren, so etwa "Goi cuon. Vietnamesische Sommerrollen mit erfrischendem Zitronen-Minze-Cashew-Dip". Erstaunlich, diese . Aromenvielfalt. 

Kambodscha und Thailand machen ebenfalls sehr neugierig. Der Geheimtipp hier; "Fisch-Amok- Das kambodschanische Nationalgericht auf meine Art." Ideal als Silvester-Gericht. Delikat aber auch ist die "Tom-Yum-Suppe", die man auf vier Arten genießen kann. Ich mag sie scharf und leicht am liebsten. 

Schließlich zurück in der Schweiz, kann man sich in ein Rezept für "Kräuterrösti nach Großmutters Art mit frischem Blattsalat" vertiefen oder sich auch dazu entscheiden, für die kommenden Festtage eine "Engadiner Torte" zuzubereiten. Sehr nussig, sehr edel. Wirklich beeindruckend.

Der Titel "Eat better not less around the World " weist übrigens nicht bloß auf eine bestimmte Art sich zu ernähren, hin, sondern ist zugleich ein Lifestyle. Die Zutaten der Gerichte, die Nadia Damaso vorstellt, versorgen den Körper nämlich mit mehr Nährstoffen und Energie, die das Wohlbefinden und die Ausstrahlung erhöhen. Dies überzeugt ebenso sehr wie die Farben, Aromen, Gewürze, denen in diesem Buch vielschichtig gehuldigt wird.

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Im Fachhandel erhältlich

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EAT BETTER NOT LESS - Around the World: Rezepte inspiriert von Aromen, Farben und Gewürzen aus aller Welt

Rezension: Vegetarische Aroma Bibel- Karen Page

Die Autorin dieses bemerkenswerten Nachschlagwerks ist Karen Page. Sie gilt als "internationale kulinarische Koryphäe" und ist Autorin bahnbrechender Bücher zu den neuesten Entwicklungen der Kochkunst. Ausgezeichnet wurde sie u.a. mit dem James Neard Award und dem Preis der IACP. Die Fotos im Buch wurden von Andrew Dornenburg realisiert. 

Das Werk besteht in erster Linie aus Listen von alphabetisch geordneten, vegetarischen Zutaten und dazu passenden weiteren vegetarischen Zutaten. Diese Listen zu studieren, man möchte es nicht glauben, ist spannender als es zunächst erscheinen mag. 

Die Autorin schreibt in ihrer Einleitung Wissenswertes zur Wahl gesunder Lebensmittel und zur Zusammensetzung der täglichen Nahrung. Zudem schenkt sie einen Überblick über den Vegetarismus in den vergangenen Jahrhunderten. Bereits Leonardo da Vinci sprach sich aus ethischen und humanitären Gründen gegen Fleisch aus. Auch Leo Tolstoi ernährte sich vegetarisch und erklärte Fleischnahrung als unmoralisch. Eine Vielzahl anderer namhafter Persönlichkeiten lebten und leben ebenfalls als Vegetarier, nicht zuletzt Paul McCartney, von dem das Zitat stammt "Wer den Planeten retten möchte, muss damit aufhören, Fleisch zu essen." Womit er vermutlich nicht Unrecht hat. 

Damit Gerichte gut schmecken, müssen die einzelnen Zutaten perfekt zueinander passen. Dies gilt auch für vegetarische Gerichte. Dabei sollte man wissen, dass unsere Geschmacksknospen fünf Geschmackrichtungen wahrnehmen, die in einer guten Küche harmonisch aufeinander abgestimmt sind, um wahren Genuss zu schenken. Bei diesen Geschmacksrichtungen geht es um: Süß, salzig, sauer, bitter und umami. Was man darunter im Einzelnen zu verstehen hat, wird bestens erläutert. 

Zudem wird man über die Mundgefühle wie Temperatur, Textur und Konsistenz, Schärfe und Adstringenz aufgeklärt, liest Wissenswertes zu Aromen,  auch zu süßen Noten und darüber hinaus zu visuellen, emotionalen, mentalen und spirituellen Aspekten, um sich schlussendlich in ein Plädoyer für eine nachhaltige, respektvolle Küche vertiefen zu können.

Bevor die Auflistung beginnt, gibt es noch erhellende Erläuterungen zu den dort verwendeten Kategorien. Die Lebensmittel sind alphabetisch geordnet. Unter dem Buchstaben beispielsweise findet man eine Vielzahl von Pilzen, so auch den Steinpilz, über dessen Erntezeit man Näheres erfährt, aber auch über das Geschmackprofil, die Intensität, das Nährstoffprofil und die Techniken, wie man ihn zubereitet. Es folgt eine Auflistung von Lebensmitteln, die erläutern, womit man die Steinpilze in einem Gericht gemeinsam zubereiten kann und was sich als gutes Zusammenspiel erweist, z.B.: Steinpilze+Rahm+Kartoffeln.  In dieser Art wird mit allen vegetarischen Lebensmitteln verfahren.

Sehr gut beschrieben sind die wichtigsten Kriterien für einen guten Salat und die richtigen Öle für den jeweiligen Verwendungszweck. 

Der eigentliche Reiz im Buch sind -wie schon betont- die Listen. Diese motivieren zum Nachdenken und alsdann zum Ausprobieren, ob beispielsweise Blumenkohl mit Kapern tatsächlich harmoniert oder zu grünen Linsen Ziegenkäse und Minze passen oder die Kombi Fenchel+Chicorée+Birne ein lukullisches Highlight verkörpern. 

Empfehlenswert 

Helga König

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Vegetarische Aroma-Bibel: Lexikon der vegetarischen Aromen- und Geschmackskombinationen

Rezension: Fränkische Weiberwirtschaften-Refugien für Leib und Seele- Hädecke

In diesem reich bebilderten Buch werden Wirtinnen aus Franken und ihre Lieblingsrezepte vorgestellt. Es handelt sich bei diesem Werk um die 2. Auflage mit vielen neuen Adressen. Die spannend zu lesenden Texte stammen von Heidrun Gehrke und die Fotos von Angela Francisca Endress.

Im Grunde passt diese Rezension sowohl in die Reisebuch- als auch in die Kochbuchrubrik von "Buch, Kultur und Lifestyle". Der sehr guten Rezepte wegen, habe ich mit entschlossen, sie einstweilen in der Rubrik für Kochbücher unterzubringen.

Vorgestellt werden insgesamt 29 gastronomische Betriebe in Franken, die von Frauen geführt werden. Die gepflegten Restaurants, rustikalen Beizen, zünftigen Bräuscherschenken und Weinstuben werden stets sehr gut porträtiert. Dazu erfährt man immer auch die Adresse und die Öffnungszeiten sowie Ausflugstipps im Umfeld der einzelnen gastronomischen Betriebe. Anhand von Fotos kann man sich von den Wirtinnen einen ebenso erfreulichen visuellen Eindruck verschaffen wie von den gastronomischen Betrieben und den Rezeptergebnissen.

Wer die delikaten Weine aus Franken bereits kennt, ist natürlich besonders neugierig wie die regionale Küche dort ausschaut und wird in diesem Buch mehr als nur zufriedenstellend fündig. "Bachsaibling, im Papier gegart mit Kartoffelpüree und geschmortem Fenchel-Tomatengemüse" beispielsweise passt perfekt zu einem trockenen Silvaner aus Franken.

Es ist natürlich unmöglich, im Rahmen der Rezension alle 29 Betriebe  zu  besprechen. Freundlich und charmant wirken die abgelichteten Damen allesamt und an Kreativität und Fleiß mangelt es keiner von ihnen. An ihrem jeweiligem Outfit und der Gestaltung der Gasträume lässt sich  im Vorfeld schon erahnen, welche Art von Gerichten jeweils auf einen zukommt.

Da gibt es beispielsweise den Gasthof Hirsch in Bad Staffelstein. Dort agiert Franziskusschwester Michaela als Managerin. Die Gaststätte gehört zum Wallfahrtsort "Vierzehnheiligen", an dem der Jakobsweg vorbeiführt. Die Spezialität der Franziskanerin sind ihre Weihnachtsplätzchen. Auf den Leser warten sehr gut abgestimmte Rezepte und zwar für "Dukatenplätzchen", "Vanillehörnchen" und "Walnussherzen". Es handelt sich  dabei um Buttergebackenes mit sehr feinen Aromen.

Der Frankenunkundige (m/w) hat Gelegenheit, sich auf einer der ersten Seiten schlau zu machen, wo auf der dort abgebildeten Karte die einzelnen Betriebe verortet sind.

So  befindet sich das Restaurant "Harmonie" von Susanne Däumer-Lentz und Iris Steiner  in Lichtenberg. Der Ort liegt im nördlichen Oberfranken an der Grenze zu Thüringen. Die Geschichte des Städtchens lässt sich bis 814 zurückverfolgen. Für das Buch haben die beiden Damen die Rezepte für eine "Fränkische Schiefertrüffelsuppe" und für "Kalbsleber in Schiefertrüffel-Rotwein-Sauce mit Kürbis-Kartoffel-Rösti" beigesteuert. Wissen sollte man, dass die Schiefertrüffel eine Spezialität aus Franken ist. Dort wächst sie auf alten Schieferhalden in der Nähe von Birken und in speziellen Biotopen.

Besonders neugierig gemacht hat mich das Restaurant in der "Ewigen Baustelle" in Wunsiedel, das von Beate Roth und Marion Meyerhöfer betrieben wird. Beate Roth kocht gegen das Vergessen und verleiht ihren Empfindungen beim Kochen poetischen Ausdruck. Ausgebildet ist sie als Mezzosopranistin. Ihre Freundin Marion Meyerhöfer ist gelernte Hotelkauffrau. Das präsentierte Rezept für "Saure Karauschen" möchte ich nicht unerwähnt lassen, denn "Karauschen" gehören der Karpfenfamilie an. Karpfen ist ein typisch fränkischer Fisch, der hier durch seine Zutaten internationalen Charakter erhält. Eine tolle Rezeptidee.

Wer gerne Karpfen speist, sollte vielleicht auch das Restaurant "Würzhaus" in Nürnberg besuchen. Diana Burkel ist dort die Küchenchefin und zugleich die junge Starköchin. Sie steuerte für das Buch das Rezept für "Gebackenen Kräuterkarpfen mit Fenchel und grünem Apfel" bei. Fein abgestimmte Geschmacknoten machen das Gericht zu einem Highlight,  speziell auch an Festtagen.

Ein solches Highlight ist aber auch die "Schokoladeneistorte" von Marianne Heinl und Kertin Raum, die die Eismanufaktur "Dolomiddi" in Nürnberg, Lauf und Fürth betreiben. Das Rezept findet sich wie so viele andere in diesem gelungen Gastronomieführer, der zugleich ein wunderbares Kochbuch ist.

Sehr empfehlenswert.

Helga König

 Überall im Fachhandel erhältlich Onlinebestellung bitte hier klicken: Hädecke oder Amazon
Fränkische Weiberwirtschaften: Refugien für Leib und Seele – Wirtinnen und ihre Lieblingsrezepte

Rezension: Le Ricette die Giuliana...r.3

Dieses Kochbuch entdeckte ich auf der Frankfurter Buchmesse 2017, allerdings nicht am Stand eines Verlags. Die "Fattoria La Vialla" aus der Toscana wartete wie jedes Jahr in Halle 3.1. mit überirdisch gut schmeckenden, biologischen Produkten aus ihrem Weingut und ihrem landwirtschaftlichen Betrieb auf. 

Dort auch entdeckte ich das vorliegende handgeschriebene Kochbuch, in das ich mich sofort verliebte. Es ist in deutscher Sprache verfasst. Das Schriftbild, das möchte ich hervorheben, berührt durch die fast kindliche Bemühtheit des Verfassers,  schön zu schreiben. 

Neben historischem und warenkundlichem Wissen, sowie zahlreichen Geschichten über das Leben in der Fattoria werden eine Vielzahl köstlicher Rezepte vorgestellt und traumhafte Fotos vom Leben und Arbeiten in diesem ökologischen Betrieb  sowie von den Rezeptergebnissen präsentiert. 

Gleich zu Anfang liest man, dass der Brauch in der Toscana ungesalzenes Brot zuzubereiten vermutlich auf das 12. Jahrhundert zurückgeht. Die historischen Hintergründe dazu werden näher erläutert. 

 Foto: Helga König
Der Leser erlebt die Fattoria in unterschiedlichen Jahreszeiten, lernt die Menschen im Betrieb kennen und kann sich dann immer wieder in die Rezepte vertiefen, die sehr ursprünglich daherkommen. Ein mehrgängiges Menü, das mit einer typischen Pasta ihren Anfang nimmt, besticht durch seinen zweiten Gang. Es handelt sich um "Kalbfleischrouladen mit Mortadellafüllung in Tomatensauce". Bei dieser gelungenen Rezeptur fehlen weder Salbei, noch Knoblauch, noch Tomaten. Das Rezept ist wie alle folgenden sehr gut beschrieben und problemlos nachkochbar. Kuchen- Rezepte gibt es zuhauf und man  kann Wissenwertes vom Blumenfest in Arezzo erfahren, bevor man sich mit weiteren tollen Rezepten befassen kann, so etwa für einen "Tintenfischsalat mit Kartoffeln, Sellerie und grünen Oliven" oder für "Linguine mit Seeteufel und Wallnüssen". 

Mir gefallen diese liebevoll zubereiteten Rezepte aus der italienischen Landhausküche sehr gut, auch das Rezept für "Gefüllte Eier",  die mit verschiedenen Teigmassen zubereitet sind, weil sie wirklich authentisch daherkommen.

In den gängigen italienischen Kochbüchern finden sich viele der hier präsentierten Speisen nicht. So haben die Hausfrauen- Köchinnen "Gefüllte Zwiebeln" zubereitet mit Zutaten, die den Gaumen erfreuen oder auch "Polenta mit Schweineleber", ein "Wildschwein mit Milchcreme" oder beispielweise einen Kaki-Kuchen. Dass man diese Früchte für einen Kuchen verwenden kann, war mir bislang neu. Es folgen viele weitere Menüvorschläge mit genauer Rezeptanleitung, auch für ein Trüffelmenü, wobei für mich das "Kalbsfilet mit Steinpilzhut" das Non- plus- ultra- Gericht dieses Kochbuches verkörpert. 

Gefallen hat mir, dass man die Jahreszeiten im Gut miterleben kann und  hier vor allem das fröhliche Miteinander, das die Voraussetzung dafür ist, das viel Gutes auf den Weg gebracht wird.

Sehr empfehlenswert. 

Helga König .

Hier geht es zur Fattoria La Vialla". Dort können Sie das Buch bestellen.

Rezension: Zu Gast in Highclere Castle- Geschichten und Rezepte aus dem echten Downton Abbey- Countess of Carnarvon- Callwey

Autorin dieser reich bebilderten, traumhaften Publikation ist Fiona Carnarvon. Sie ist mit dem 8. Earl of Carnavon verheiratet. Seine Familie lebt seit 1679 auf Highclere Castle. Fiona Carnarvon ist internationale Bestsellerautorin, die im vorliegenden Buch dazu einlädt, fünf Wochengesellschaften vom 19. Jahrhundert bis heute mitzuerleben. Highclere Castle ist der Ort des Geschehens. Dort wohnten einst spätere Könige, Staatsmänner, Forscher wie auch Pioniere des technischen Fortschritts aber auch Musiker, Künstler und Literaten. Die Schlossherren waren stets bemüht, perfekte Wochenendgesellschaften zu geben. Um dies zu gewährleisten waren wichtig: Die Etikette der Einladung, die Auswahl der Gäste nebst passender Tischordnung, die Organisation eines Unterhaltungsprogramms und das Gewährleisten eines reibungslosen Ablaufs. 

Vorgestellt werden folgende Wochenendgesellschaften: das Reformkabinett des späteren Premierministers Disraeli 1866, ein Wochenende mit dem Schriftsteller Henry James 1866, der Besuch des Prince of Wales 1895, ein Osterfest mit dem Dirigenten Malcolm Sagent 1935 und zudem ein Wochenende auf Highclere heute. 

Ausführlich erzählt die Autorin stets, was sich im Einzelnen während der jeweiligen Wochenendgesellschaft ereignete, zudem werden 100 Rezepte und Menüs vorgestellt, die die Gäste auf dem Schloss genießen können und man lernt im Rahmen von Porträts das Schlosspersonal kennen, konkret die Schlossführerin, den Leiter des Sicherheitsdienstes, den Parkaufseher, die Malerin & Dekorateurin, die Hauswirtschaftsleiterin und den Imker. 

Im Rahmen eines Schlossrundgangs werden der Salon, die Bibliothek, das Empfangszimmer und der Speisesaal vorgestellt. 

Die  köstlichen Rezepte aus der Schlossküche sind in folgende Rubriken eingebunden: 
Frühstück 
Fisch& Meeresfrüchte 
Fleisch, Wild & Geflügel 
Gemüse, Suppen & 
Herzhaftes Nachmittagstee 
Süßes 

Diese Rezepte sind alle sehr gut erläutert. Dabei erfährt man zu jedem Rezept eine kleine Geschichte und das Rezeptergebnis ist stets auf einem appetitanregenden Foto zu sehen. Dass zum Frühstück bereits "Scharfe Nierchen" serviert werden, verblüfft ebenso wie das Rezept für "Kedgree mit geräuchertem Schellfisch", ein ursprünglich indisches Gericht, das  man  hierzulande eher  als  Tellergericht  für den Mittagstisch  zubereiten würde.

Wirklich exzellent sind die Rezepte für Fisch& Meeresfrüchte, hier z.B. der "Rote-Beete-gebeizter Lachs", auch die  "Pfannengebratenen Jakobsmuscheln" und vor allem die beiden Rezepte für Seezunge. Der "Hummer Thermidor"  ist eindeutig die ideale Speise für die Festtage. Exzellente Fleischgerichte, darunter das "Offizielle Highclere- Hühnercurry" und "Rebhühner nach Art von Highclere" machen ebenso neugierig wie die "Hirschlende á la Highclere", um nur einige Speisen zu nennen. Spannend sind auch die Gemüse und Suppenkreationen. Hervorheben möchte ich hier "Ofengeröstete Bete-Knollen" und die "Rahmsuppe Königinart". 

Bei den herzhaften Speisen möchte ich zur Inspiration die "Schottischen Eier nach Art von Highclere" erwähnen, die ein wenig an gefüllten Hackbraten erinnern. 

Was noch? Wunderbare Rezepte für Speisen zum Tee werden vorgestellt, darunter Sandwiches, Scones und auch typische Teekuchen. Ein Traum sind die dann  die folgenden süßen Gerichte und Naschereien. So zum Beispiel "Portweinbirnen mit Créme Chantilly",  "Gebackene Feigen-Tartes" und "Lord Carnarvons beschwipsten Brombeerpudding". 

Alle Rezepte werden gut erklärt und können  mit etwas Geschick auch zuhause zubereitet werden.

Neben all diesen Informationen warten noch viele weitere auf den interessierten Leser, dazu eine prachtvolle Bilderwelt, die den Betrachter immer wieder Staunen lässt. 

Resümee: Dies ist ein sehr, sehr schönes Buch, das ich gerne weiterempfehle. 

Helga König

Überall im Fachhandel erhältlich 

Onlinebestellung bitte hier klicken: Callwey oder Amazon
Zu Gast in Highclere Castle: Geschichten und Rezepte aus dem echten Downton Abbey

Rezension: Wintertraum & Weihnachtszeit- Rezepte und Ideen für die schönste Jahreszeit- Callwey

Dieses Werk ist ein Mix aus Koch- sowie Backbuch und bietet zudem viele Anregungen aus dem Bereich "Schön eingerichtet wohnen". Ich habe mich entschieden, die Rezension  hier in die Rubrik für Kochbücher bei "Buch, Kultur und Lifestyle“ einzubinden, obschon sie insgesamt in drei andere Rubriken  des Onlinemagazins auch hätte eingebunden werden können. 

Untergliedert ist das Buch in vier große Abschnitte: 

Winterstimmung im Haus und Garten 
In der Weihnachtsbäckerei 
Herrliche Festtagszaubereien 
Willkommen, neues Jahr! 

Zunächst wird man mit winterlichen Gestaltungsideen für den Eingangsbereich vertraut gemacht, lernt Mistelzweige stilvoll gestalterisch einzusetzen, so etwa bei der Tischdekoration. Dann kann man sich in Rezepte für heiße Getränke vertiefen, beispielsweise für einen "Glühwein mit Sternanis", der nicht nur Rotwein, sondern auch Holundersaft und klaren Apfelsaft enthält oder auch für einen "Cidrepunsch", der an Spätherbsttagen an die Apfelernte zurückdenken lässt. 

Zwischen tollen Rezeptvorschlägen gibt es immer wieder schöne Gestaltungsideen, die sich darauf freuen, umgesetzt zu werden. Sehr gute Wintersalate machen neugierig. Dabei möchte ich den "Arabischen Wintersalat" hervorheben, der durch eine raffinierte Würzung den Gaumen verwöhnt. Auch das Rezept für den "Wintersalat mit Birnen, Pilzen und Rehfilet" überzeugt als Tellergericht, wenn Gäste kommen.

Sehr ansprechend ist das Tischarrangement mit Äpfeln und viel Grün. Das macht sich gut in Wintergärten. Für Martinsgansliebhaber gibt es tolle Rezepte nicht nur für "eine knusprige Gans" oder für eine "Ditmarscher Gänsekeule im Speckmantel", sondern auch für die Beilagen,  für  eine Vorspeise und die möglichen Desserts, beispielsweise  "Orangeneis mit Macadamiakrokant". 

Dann folgt erneut das Wechselspiel zwischen winterlichen und vorweihnachtlichen Dekoideen und Rezepten, so etwa mit Äpfeln, beispielweise "Apfel im Schlafrock", "Bratäpfel mit Marzipan", "Apple Pie" oder aber "Apfel-Vanille-Torte". 

Lebkuchenrezepte und Backwaren mit Zimtsternen läuten dann endgültig die Adventszeit ein. Es folgen delikate Rezepte für die Weihnachtsbäckerei, sei es für "Mohnstollen", "Glühweinsterne", "Orangen-Schoko-Törtchen" oder eine"Schokorolle". Selbst Rezepte für "Panettone" und "Christmas Pie" werden präsentiert und vor allem Rezepte für wohlschmeckende Plätzchen. 

Dann gibt es eine Vielzahl raffinierter Stollenrezepte und Kreationen, in denen Ingwer eine Rolle spielt. In anderen Kreationen dominiert die Geschmacksnote Orange. Das gilt auch für die vorgestellten "Bethmännchen". 

Was dann folgt? Hervorragende Rezepte für das Festtagsmenü, darunter sehr gute Wildgerichte. Dann gibt es noch fantastische Rezepte für Königinnenpastetchen und auch für Heringssalate, selbst für eine festliche hausgemachte Leberwurst mit Preiselbeeren und schließlich Rezepte für kleine Imbisse zum Neujahrstag. 

All das überzeugt und lässt Vorfreude auf die letzten beiden Monate im Jahr entstehen. 

Sehr empfehlenswert. 

Helga König

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Wintertraum und Weihnachtszeit: Rezepte und Ideen für die schönste Jahreszeit

Rezension: Wien- Die Kultrezepte- Antonia Kögl- Christian

Dieses wunderbare Kochbuch ist eine Teamarbeit der Autorin Antonia Kögl und ihres Partners Benedikt Steinle sowie des Fotografen Arnold Pöschl. Für das Werk hat Antonia Kögl neben echten Klassikern auch Rezepte der besten, coolsten und kultigsten Gastronomen Wiens zusammengetragen, um auf diese Weise das kulinarische Mosaik Wiens zu komplettieren. Benedikt Steinle hat die graphische Gestaltung realisiert und Arnold Pöschel die kulinarischen Eindrücke fotografisch festgehalten. 

Untergliedert ist das Buch in zwei große Abschnitte: 

Das traditionelle Wien 

Das moderne Wien 

Zunächst lernt man diverse Rezepte für Imbisse kennen. Dass ein "Schnittlauch Broterl" dabei ist, gefällt mit besonders gut, weil es dokumentiert, dass einfache Genüsse durchaus exzellent schmecken können. Die klassischen Vorspeisen, es handelt es sich um Suppen, warten darauf, zubereitet zu werden, durchaus auch als Hauptgericht. Hier hat es mir die "Frittatensuppen" angetan, die ich als Kind schon liebte. Sehr gute klassische Hauptspeisen machen es nicht leicht, eine Wahl zu treffen. Wer gerne vegetarisch speist, sollte "Krautfleckerl" zubereiten. Das Rezept "Gefüllter Paprika mit Hackfüllung" ist von ungarischen Küche beeinflusst. Delikat auch sind die Rezepte für den "Kalbsrahm Gulasch mit Butternockerln" und die "Rindsrouladen", deren Füllung aus geräuchertem Speck und Gewürzgurken besteht. Der "Kümmelbraten" ist ein sehr typisches klassisches Wiener Hauptgericht, das gut zubereitet, interessante Geschmacknoten aufweist. Natürlich ist der "Zwiebelrostbraten" ein Geheimtipp, obschon man möglicherweise bei dem verwendeten Schmalz zurückschreckt. Doch genau dieses tierische Fett sorgt für bestimmte Aromen bei angebrateten Fleisch, die ein  Olivenöl nicht leisten kann, 

Dann werden natürlich eine Vielzahl von Nachspeisen vorgestellt. Das Rezept für den "Apfelstrudel" ist erste Sahne. Auch alle anderen Rezepte überzeugen sofort. Böhmen lässt grüßen.

Den Rezepten zwischengeschaltet sind wie bereits erwähnt Restaurantvorstellungen und Präsentationen von Menüs der jeweiligen Restaurants inklusive Rezepte. Überzeugt hat mich hier am meisten das "Weinhaus Arlt" und das Restaurant im "Hotel Sacher". 

Spannend finde ich all das, was im 2. Abschnitt vorgestellt wird. Es handelt sich hier um moderne Restaurants und Menüs aus deren kreativer Küche inklusive Rezepten. Sehr interessant finde ich das Restaurant "Neni am Naschmarkt". Dort kocht Haya Molcho. Sie hat übrigens iraelisch-orientalische Wurzeln und überzeugt durch ungewöhnliche Speisen. Eine gute Adresse auch scheint "Restaurant und Kochsalon Wrenkh" zu sein. In der "Kartoffel- Gulasch-Suppe"  dort wurde Quinoa verarbeitet, auch Räuchertofu, Kartoffeln und sehr gut abgestimmte Gewürze. Der "Gebackene Flusswels" ist mit einer Salz-Gurken-Vinaigrette aromatisiert worden und der "Rostbraten mit rosa Erdäpfelpüree" hat durch seine Würzung leicht orientalische Noten. 

Im "Le Ciel" wird geradezu göttlich gekocht. Hier möchte ich das Dessert hervorheben: "Weisses Schokoladeneis mit Gurke und Minzcreme".

Ein gelungenes Kochbuch mit spannenden Restaurantvorschlägen. 

Empfehlenswert 

Helga König 

Im Fachhandel erhältlich 

Rezension: Korsika- Das Kochbuch- authentisch-einfach-echt – Christian

Dieses wirklich schöne Kochbuch haben der Autor Nicolas Stromboni und die Fotografin Sandra Mahut auf den Weg gebracht. Im Vorwort skizziert der Verfasser die Insel als ein Eiland mit Gebirgen, Ebenen und voneinander abgeschotteten Tälern, die aufgrund historischer Bedingungen, das reichste kulinarische Erbe ganz Frankreichs ihr Eigen nennt.

Nicolas Stromboni möchte dem Leser das alltägliche Leben auf der Insel zeigen, auch die liebenswürdigen Menschen, die Produkte sowie auf überlieferte und modern interpretierte Rezepte hinweisen, um diese zur Geltung zu bringen.

Untergliedert ist das Werk in die Rubriken: Das korsische Schwein- Kalb, Lamm und Wild- Korsischer Käse-Produkte aus dem Meer-Obst und Gemüse-Desserts-Kleine Nebensachen-Korsische Weine.

Zunächst erfährt man ein wenig über die Geschichte der Insel, die Lebensweise der Menschen dort und auch ihre Essgewohnheiten. Über Wurst, Speck und Schinken vom korsischen Schwein wird man warenkundlich aufgeklärt und lernt Delikatessen wie "Lonzu" kennen. Dabei handelt es sich um das luftgetrockenete Rückfilet  vom korsischen Schwein mit anhaftender Fettschicht. Schinken soll der Star der korsischen Charcuterie sein. Er soll eine ganz besondere Aromenvielfalt besitzen und nach Haselnuss, Kastanie, getrockneten Steinpilzen, frischer Butter und anderen Substanzen duften. Dann gibt es da auch noch "Figatellu", eine Art Bratwurst, deren Ingredienzien neugierig machen. Rezepte mit Produkten vom korsischen Schwein werden in der Folge vorgestellt und stets ein passender Wein von der Insel dazu präsentiert. Zudem findet man unter den Rezepten beigefügte Anmerkungen, die Anekdoten und anderes mehr enthalten, die in Beziehung zu dem thematisierten Gericht stehen. Besonders gefallen hat mir in der ersten Rubrik das Rezept "Terrine vom Schwein mit Myrtenbeeren". Auch wenn man nicht alle Originalzutaten hierzulande problemlos erhalten mag, kann man durch leichte Abwandlung alle Rezepte nachkochen, auch die "Terrine vom Schwein".

Sehr schön sind die Fotos von der Insel und hier auch die Natur- und Tierbilder. Neben den Tieren aus Zuchtbetrieben, gibt es Federwild und Haarwild. Amseln und Singdrosseln werden ihres Fleisches wegen leider immer noch auf der Insel bejagt.

Man erfährt Wissenswertes über das korsische Kalb, bevor man mit fantastischen Rezepten konfrontiert wird, die alle überzeugen. Ein Klassiker der korsischen Küche ist das "Kalbsragout mit Oliven", aber auch die "Gefüllte Kalbsbrust“ enthält Oliven und wartet mit weiteren delikaten Zutaten auf. Die „Kalbspastete mit Figatellu und Steinpilzen" ist ein tolles Herbstgericht. Ein "Ragout von Lamminnereien" kann ich mir  gut vorstellen nach zu kochen, allerdings gibt es die rote Karte bei Amseln und Drosseln, wobei es interessant ist zu lesen, wie man diese Tiere in Korsika zubereitet.

Korsischer Käse wird vorgestellt, auch wie er hergestellt wird, ist ein Thema. Die Rezepte mit Käse machen sehr neugierig und hier z.B. das "Omelett mit Broccio und frischer Minze".

Die Porträts von Korsen sind spannend zu lesen, auch jenes von dem sympathischen Fischer Jean –Louis Guaitella, den man beim Aalfang erlebt. Die Fischgerichte, die dann folgen, sind erste Sahne. Dabei lohnt es, "Tatar von der Dorade" zuzubereiten. Eine tolle Rezeptur. Die "Fischsuppe" überzeugt durch ihre vielfältigen Aromen und den "Meeresfrüchtesalat" kann man problemlos zuhause zubereiten. Ein Familienrezept für Tintenfische sollte man ausprobieren und auch die "Forellen vom heißen Stein" sind  fern ab der Insel  zubereitbar.

Alle Gerichte bestechen durch vielfältige Aromen und durch eine subtile Abstimmung der Zutaten.

Man lernt fernerhin die wichtigsten Kräuter der Insel kennen und  zudem wunderbare Suppen- und Salat- und Gemüsegerichte. Bei den Desserts gefällt mir der "Clementinen-Flan" aber auch der "Kastanien-Flan" besonders gut: Südliche Aromen, die Urlaubsstimmung erzeugen.

Sehr spannend ist die Rubrik, die korsischen Weinen gilt. Hier sind u.a. die Rebsorten aufgelistet und werden kurz erläutert. Man lernt die Anbaugebiete kennen. Zudem werden häufig gestellte Fragen zu korsischem Wein beantwortet. Auch die Methoden für den Anbau werden genannt. Zudem lernt man Winzer, den Boden und das Klima kennen. 

Alles in allem ein gelungenes Buch, das ich sehr gerne weiterempfehle. 

Helga König

Onlinebestellung: Christian oder Amazon
Korsika Kochbuch: Korsika - Das Kochbuch. Authentisch - einfach - echt. Rund 80 Rezepte der korsischen Länderküche. Eine Reise zu den mediterranen Wurzeln Korsikas.

Rezension: Patisserie vom Feinsten- Gerstenberg

Der Patisserie-Chef Régis Garnaud und der Chefkoch Damien Duquesne möchten in diesem wunderbaren Buch mit dem Titel "Patisserie vom Feinsten" ihr profundes Wissen um die Feinbäckerei an interessierte Laien und angehende Patisserie-Meister weitergeben. 

85 Rezepte mit Grundrezepten und Warenkunde warten auf die Leserschaft dieses reich bebilderten Buches aus der Welt süßer Genüsse.

Zunächst lernt man den Werkzeugkasten des Patissiers kennen, anschließend die Zutaten, bei denen man in erster Linie auf Qualität achten muss. Zuckersirup herzustellen oder mit dem Spritzbeutel zu hantieren, will gelernt sein und hochwertige Teige herzustellen natürlich ebenso. 

Die Kapitel des Buches befassen sich mit: Mürbteig und Co, Brandteig, Hefeteig, Blätterteig, Baisermasse, Biskuitmasse, Cremes, Entremets und Dekoration. Dabei werden die 85 Rezepte für die wunderbaren Kreationen sehr gut erläutert. Nicht nur die Zutaten, auch die Utensilien werden benannt. Die Zubereitung wird immer schrittweise und gut nachvollziehbar erläutert. Tipps und Techniken bleiben auch nicht ausgespart. 

Allein das Betrachten der Rezeptergebnisse im Buch ist ein Genuss. Begeistert bin ich von der  "Apfel-Tarte", das Lieblingsrezept von Damien Duquesne, denn diese Tarte ist der perfekte Apfelkuchen. Auf dem Tarteteig kommt nämlich zunächst selbstgemachter Apfelkompott, darüber  dann dünn geschnittene, mit Honig aromatisierte Apfelscheiben, die zum Schluss glasiert werden. Sehr saftig und apfelaromenreich! Ein lukullischer Herbsttraum! 

Andere Tartes, mit Birnen, Zitronen, Erdbeeren, Schokolade oder Heidelbeeren sorgen natürlich auch für Neugierde, die allerdings nach Ansicht einer Liebhaberin von Brandteigen in der Folge noch überflügelt wird. Die Himbeer-Sahne-Windbeutel sind unwiderstehlich. Gefüllt mit Himbeerkompott und Mascarpone-Chantilly, sind sie gewiss ideal, um schlank zu bleiben, vorausgesetzt man joggt vorab zwei Stunden. 

Das Rezept für "Schokoladen-Religieuses" sollte man Gästen verschweigen, weil es hochgradig sündig ist. Das Rezept "Paris-Brest" steht ihm allerdings in nichts nach. Die Füllungen aus Buttercreme bereichern garantiert an Hüftgold, wenn man täglich davon genießt. 

Das ursprüngliche Rezept für "Saint- Honoré mit Himbeeren" wurde 1846 von dem berühmten Patissier Chiboust kreiert. Die Kreation ist überirdisch gut. Man träumt nach Jahren noch von dieser Köstlichkeit.  Ich habe die Kreation in Wissembourg mal mit Mirabellen verspeist. Unvergesslich.

Es ist unmöglich die vielen Leckereien im Rahmen der Rezension zu benennen. Hervorheben möchte ich u.a. den "Zitronenkuchen", der delikate Zutaten enthält, die gut aufeinander abgestimmt sind und der umwerfend schön dekoriert ist. Hervorheben auch möchte ich den "Schokoladenkuchen mit Nüssen", den der Zartbitternoten wegen auch weniger süße Männer mögen dürften. 

Die Zubereitung von Blätterteig wird  auch gut erklärt. Hier gibt es dann sehr subtile Rezepte, die nicht ganz einfach herzustellen sind. Die Krönung ist das "Vanille-Karamell-Millefeuille", ein ideales Dessert im Rahmen eines Festtagsmenüs.

Sehr gut übrigens werden die Rezepte für Cremes erklärt, unter diesen auch  die "Crème Bavaroise" und die "Crème Chiboust Vanille". 

Bei den "Entremets" hat es mir die "Birnen-Karamell-Charlotte" angetan. Ein tolles Dessert an Festtagen. Sehr edel. 

Dieses und vieles mehr machen "Patisserie vom Feinsten" zu einem Muss auf jedem guten sortierten  Backbuchregal. Dabei muss man die Handlichkeit des Buches ganz speziell loben. 


Sehr empfehlenswert Helga König 

Überall im Handel erhältlich Onlinebestellung Gerstenberg oder Amazon
Patisserie vom Feinsten

Rezension: Helvetia Vegetaria- Vegetarische Rezepte aus der Schweiz- Carlo Bernasconi, Juliette Chretien-at Verlag

Dieses edle, sehr schön illustrierte Kochbuch mit vegetarischen Rezepten aus der Schweiz, Landschaftsfotografien von Thomas Stöckli und appetitanregenden Fotos von Juliette Chrétien ist ein Streifzug durch einzelne Regionen der Schweiz, bei dem man vegetarische Speisen im Blick hat. 

Als Autoren werden genannt, der im Oktober 2016 verstorbene Journalist Carlo Bernasconi und der in Zürich ansässige Journalist Martin Walker. Für die Rezepte aus der Westschweiz und das Tessin zuständig ist Kochbuchautorin Myriam Lang. 

Dominik Flammer schreibt im Vorwort, dass die große Mehrheit der Schweizer Bevölkerung sich über Jahrhunderte zumeist fleischlos ernährte, einerseits aus wirtschaftlicher Not andererseits speziell in den katholischen Stammlanden wegen religiöser Zwänge, die nur ganz allmählich gelockert wurden. 

Die Fastenregeln galten für bis zu 150 Tage im Jahr. Neben Getreide- und Milchspeisen nahm man einst auch im großen Umfang Hülsenfrüchte zu sich. Um 1800 wurden in der Schweiz etwa 30 kg pro Kopf verzehrt. Allerdings wurden in Schweizer Gärten bereits im 17. Jahrhundert Karden und Artischocken angebaut und ein Jahrhundert später galten Erbsen, Pastinaken und Mangold als das meist angebaute Gemüse. Spannend zu lesen, wie es dann weiter ging und dass es italienische Immigranten waren, die etwa Tomaten ins Land brachten. Heute gilt die Tomate neben der Karotte übrigens als zweithäufigste Gemüsesorte. 

Die Rezepte sind in folgende Regionen untergliedert: Westschweiz, Nordschweiz, Mittelland, Zentralschweiz, Ostschweiz, Südostschweiz und Alpenbogen, Südschweiz. 

Jedes Kapitel beginnt mit speziellen Infos zur jeweiligen regionalen vegetarischen Küche. Die Rezepte, die dann folgen sind sehr gut erläutert. So liest man beispielsweise wie man ein "Genfer Käsesoufflé" zubereitet oder aber wie man einen "Genfer Birnenkuchen" herstellt. Interessant dabei ist, dass auf den Blätterteigboden eine Mischung aus Mehl, Zucker, Zimtpulver und Nussöl gegeben wird, dadurch wird der Teig nicht feucht, wenn die Birnen und der Rahm darauf zum Backen platziert werden. Sehr gute Kuchen- und Dessertrezepte warten auf neugierige Hobbyköche und Hobbybäcker, so etwa für eine Mandeltorte oder einen bemerkenswerten Kirschkuchen. Überzeugend auch sind Suppenrezepte wie etwa eine "Emmentaler Kartoffelsuppe" oder auch die "Solothurner Weinsuppe", die mit gerösteten Brotwürfeln garniert wird. Ausprobieren sollte man den "Käsesalat mit Kräutern". 
Sehr gute Zutaten sind hier bestens aufeinander abgestimmt. 

Dann gibt es ein tolles Rezept für "Berner Rösti", ein weiteres für eine "Aargauer Rueblitorte". Angetan bin ich besonders von den Rezepten aus der Zentralschweiz und hier u.a. von der "Luzerner Kräuterrahmsuppe". Es folgt eine Vielzahl anderer fantastischer Rezepte, die vergessen lassen, dass weder Fisch noch Fleisch hier eine Rolle spielen. Edelste Zutaten finden sich in der "Tessiner Pilzsuppe", die man sich ebenso wenig entgehen lassen sollte wie die "Weinpfirsiche"

Das Buch empfehle ich sehr gerne allen, die Sinn für ungewöhnliche regionale Rezepte haben und verstehen möchten, weshalb vegetarische Gerichte in der Schweiz über eine lange Tradition verfügen.

Sehr empfehlenswert

Helga König

Im Fachhandel erhältlich

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Helvetia Vegetaria: Vegetarische Rezepte aus der Schweiz

Rezension: Donna Hay- Von einfach zu brillant-at Verlag

Donna Hay, die Autorin dieses reich bebilderten Kochbuches ist die bekannteste und populärste Köchin Australiens. Ihre 25 Kochbücher hat sie weltweit mehr als 6 Millionen Mal verkauft. Dabei wurden ihre Werke in 10 Sprachen übersetzt. Die renommierte Kochbuchautorin schreibt zudem Kolumnen, die Woche für Woche in verschiedenen australischen Zeitschriften veröffentlicht und von über vier Millionen Menschen gelesen werden. 

Das vorliegende Kochbuch hat sie in drei Rubriken unterteilt: 

Pikant 
Unverzichtbar
Süß 

Diesen Rubriken angefügt sind ein Glossar und das Register. Das Buch enthält Hays beste Standartrezepte- erprobte, bewährte Zubereitungen beliebter Klassiker, dazu moderne Gerichte, die sie häufig und gerne kocht. Zu jedem Rezept gibt es im Anschluss daran clevere und überraschende Variationen. 

Die Arbeitsschritte der einzelnen Rezepte werden sehr gut erläutert. Unterschiedlichen Basic-Rezepten folgen köstliche Rezepte, die jeweils auf einem Basic-Rezept aufbauen. So lernt man beispielsweise das Basic-Rezept für Garnelen-Taschen kennen und im 2. Schritt dann das Rezept für "Suppe mit Garnelen-Taschen, Ingwer und Chili“ oder auch ein Rezept für "Angebratene Garnelen-Teigtaschen".

Sehr angetan bin ich von den Rezepten für ein Brathähnchen in Schmetterlingsform, beipielsweise "rauchig gewürzt" mit Fenchelsamen, Thymianblättern und verschiedenen Gewürzen interessant aromatisiert oder auch mit "knusprigem Salbei und Speck" aufgepeppt. Im Basic-Gericht dazu spielen 4 Knoblauchknollen und 3 Zitronen eine wesentliche Rolle bei der Aromatisierung, die spontan überzeugt. 

Wie schafft man es, ein perfektes Steak auf den Tisch zu bringen? Die sechs Schritte, die dazu nötig sind, werden sehr gut erklärt. Auch die Variationen lassen aufhorchen, nicht zuletzt die "Rindfleischspieße mit Chimichurri" . 

Wie man eine "Grüne-Thai-Currypaste" zubereitet, war mir bislang nicht geläufig. Sich mit der Rezeptur näher zu befassen, lohnt sich, speziell wenn man "Grünes Garnelen-Curry mit Nudeln" kochen möchte. 

Seite für Seite hat man guten Grund, erstaunt zu sein und wagt sich sogar an die Zubereitung des Ricotta-Gnocci-Teigs, weil man sich in das Rezept für "Kräuter- Ricotta-Gnocci mit Kirschtomaten" verliebt hat. Begeistert bin ich von den Variationen für Käse-Soufflé und von dem Basic-Rezept für "Asiatische Chilimarmelade", das z.B. bei "Chili-Garnelen-Spießen vom Grill“ eine Rolle spielt.  Eine raffinierte Zusammensetzung.

Gut erklärt wird wie man einen einfachen Risotto zubereitet, aber auch wie man ihn geschickt veredelt. Köstliche Hackfleischgerichte machen ebenso neugierig wie wie z. B. Gerichte, bei denen die vorgestellte Madras-Currypaste eine Rolle spielt. Irgendwann dann liest man "Unverzichtbar" und nickt bei den Rezepten, die dann folgen. Es sind Grundrezpte wie etwa "Salza Verde" oder eine "Französische Vinaigrette, auch eine "Geschmorte Knoblauchpaste" gehört dazu. 

Kapitel 3 enthält eine Fülle süßer Köstlichkeiten. Man erfährt wie ein Baiser immer gelingt und darf sich in die Variationen vertiefen. Die "Rosenwasser-Pistazien-Baisers" erinnern an "Tausendundeine Nacht" und das "Karamellisierte Sommerobst" passt dort ebenso gut hin. Ein Traum ist das Basic-Rezept für "Klassische Vanillencreme" und ein Kuss vom Himmel die damit zubereiteten "Vanillen-Cremeschnitten". 

Im Glossar findet man sehr gute Erklärungen zu den mit einem Stern markierten Zutaten und weitere in der Küche Hays unverzichtbare Grundzutaten. Zudem gib es dann noch nützliche Informationen zu Küchenpraxis und Küchentechniken. 

Das Kochbuch überzeugt durch seine Vielfalt und motiviert dazu, immer mal etwas Neues auszuprobieren. Beispielsweise ein "Spinat-Käse-Soufflés". Da die Rezepte gut erklärt sind, gelingen sie, wenn man genau das unternimmt, was die Autorin präzise formuliert hat.

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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